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Israel - Heiliges Land?

Meine beiden Reisen nach Israel sind tief in meine Erinnerung eingegraben - durch die Schönheit des Landes, aber auch die Probleme, die einem immer wieder begegnen. Anstelle einer langwierigen Beschreibung einfach einige Gedanken, die mir in den Sinn kommen:

Israel, das ist ...
der Geruch von lebendigem Wasser nach stundenlanger Fahrt durch die dürren Golanhöhen; der Frieden auf dem Berg der Seligpreisungen und das Wissen um die Waffe in der Tasche unseres israelischen Führers; der morgendliche Dunst und die Stille am See Genesaret und der Sturm am Abend; die Dürre der Wüste und der Blick aus ihr auf die grünen Palmen der Oase Jericho; der Reichtum und die grünen Plantagen am See Genesaret und die Lehmhütten der palästinensischen Flüchtlingsdörfer; die Faszination biblischer Stätten und die ständige Präsenz von Polizei und Militär; der Blick vom Berg Karmel und die Erzählung des Führers, wie er während des ersten Golfkrieges mit seiner Familie die Einschläge der ersten Skud-Raketen erlebte; das Zusammenleben vieler Konfessionen in der Grabeskirche und der Streit zwischen verschiedenen Religionen; die Liebe der Juden zu ihrem Land und der Hass der Palästinenser, die es so lange bewohnten; ...

Die Reihe dieser Gedanken könnte noch lange fortgesetzt werden. Vielleicht zeigen sie etwas von den Gefühlen, die einen bei einem Besuch erwarten können. Zur Verdeutlichung noch zwei von mir erlebte Begebenheiten:

Erste Reise nach Israel, August 1982:
Mehrmals ist der Zeitpunkt des Abfluges von München-Riem aus Sicherheitsgründen verschoben worden. Am Extragebäude für die Israelflüge warten wir lange auf die Abfertigung, bringen schließlich die Befragung und Untersuchung des Gepäcks hinter uns und sitzen schon seit einer Stunde in der Abfertigungshalle, mehrere hundert Personen, die auf den Jumbo der El Al warten. Dann plötzlich ein lauter Schlag, eine Explosion. Vor dem Fenster sehe ich Trümmer durch die Luft fliegen. Kurze Stille, dann öffnen sich Türen. Sicherheitskräfte der El Al hasten herein, senken beruhigend die Arme. Die große Türe aus der Abfertigungshalle auf das Flugfeld hinaus geht auf, Flughafenbusse fahren mit hoher Geschwindigkeit vor, ruhig, aber doch bestimmt und schnell drängen uns die Sicherheitskräfte in die Busse, diese rasen hinauf mitten auf das Flugfeld. Panzer des Bundesgrenzschutzes umgeben uns und sichern alles ab. Nach einer halben Stunde mitten auf dem Flugfeld fahren die Busse zum Hauptgebäude des Flughafens. Auf dem Dach stehen überall Scharfschützen mit ihren Gewehren. Wir werden in das völlig leere Gebäude gebracht, alle Türen sind verschlossen und gesichert. Allmählich wird uns klar, dass vor der Abfertigungshalle eine Bombe explodiert ist. Nach einer Weile dürfen wir telefonieren, gibt es etwas zu essen und zu trinken. Nach mehreren Stunden werden wir mit den Bussen zu unserem Jumbo gebracht, unter den Tragflächen wenigstens etwas vor dem Regen geschützt steht unser Gepäck. Jeder muss seine Gepäckstücke identifizieren, bevor sie eingeladen werden. Dann, mit 6 Stunden Verspätung, der Abflug. In der Nacht um 01.00 Uhr setzen wir zur Landung an. Auf einmal singt der ganze Jumbo: Shalom Chaverim ... Als wir wieder zu Hause sind, setzen sich langsam alle Informationen zusammen: Vor der Abfertigungshalle ist eine Bombe explodiert, es gab 12 Verletzte. Die Bombe war zur Beförderung mit unserem Flugzeug bestimmt.

Zweite Reise, Sommer 1996:
Ein Tag mit vielen Besichtigungen liegt hinter uns, die Köpfe sind voll mit Eindrücken und Bildern. Die Hitze des Tages sitzt immer noch in den Knochen, als wir im Kibbuz ankommen unmittelbar am See Genesaret. Nach dem Essen trudelt die ganze Gruppe zum Baden im See ein. Das Wasser ist wunderbar warm, über allem weht ein warmer Wind. ich schwimme ein gutes Stück hinaus und Blicke auf das Ufer zurück: Um mich herum die Wellen, die noch vom stürmischen Wind des Nachmittags aufgeschaukelt sind, dann das Ufer, dahinter die Palmen des Kibbuz, hinter ihnen heben sich die Züge der Golanhöhen gegen den dunkelblauen Nachthimmel ab, alles wird beleuchtet vom leicht rötlichen Vollmond, der durch die Palmen scheint und alles in sein warmes Licht taucht. Kann es so etwas geben, kann es wirklich sein?

Es sind nur kleine Splitter aus den Erinnerungen, aber sie können vielleicht ein wenig verdeutlichen, warum sich dieses Land so sehr in meine Erinnerung eingeprägt hat. Hoffentlich wird dies auch noch aus den weiteren Seiten deutlich.

Geschichte:

Die Geschichte Israels kann hier nicht auch nur annähernd beschrieben werden. Aber es gibt ein Buch, in dem sie ausführlich beschrieben ist: die Bibel. Im Alten Testament wird deutlich, wie Gott mit seinem Volk ringt und das Volk mit seinem Gott. Der Kampf Gottes mit Jakob, der nachher den Namen “Israel - Gottesstreiter” erhält, ist die Verkleidung in eine Geschichte dafür (Gen 32, 23-33).
Wer sich genauer für die Geschichte Israels interessiert, dem sei nachdrücklich das Buch “Geschichte Israels” von Georg Fohrer empfohlen. Es ist immer noch das Standardwerk über dieses Thema und noch dazu auch lesbar.

Hier nur einige Grunddaten:

3.760 v. Chr.

Erschaffung der Welt

2.000 - 1.400 v. Chr.

Patriarchenzeit

nach 1.400 v . Chr.

Söhne Jakobs in Ägypten

um 1.250 v. Chr.

Auszug aus Ägypten

1020 - 1000 v. Chr.

Saul als erster König

1000 - 961 v. Chr.

Regierungszeit König Davids

931 v. Chr.

Zerfall in Nord- und Südreich

722 v. Chr.

Untergang des Nordreiches

586 -538 v. Chr.

Exil in Babylon

64 v. Chr. - 330 n. Chr.

römische Zeit

66 - 70 n. Chr.

Aufstand der Zeloten

70n. Chr.

Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch Titus, Zerstreuung der Juden

1933 - 1945

Ermordung von Millionen Juden unter Hitler

14. Mai 1948

Ben Gurion proklamiert den unabhängigen Staat Israel

5.-10-6.1967

Sechstagekrieg

6.-25.10.1973

Yom-Kippur-Krieg

Dies sind nur einige wenige Grunddaten, die die Dramatik der Geschichte Israels nur bedingt wiedergeben können. Vor allem ist die Geschichte wohl nur verständlich, wenn sie im Zusammenhang mit dem Bewusstsein des Volkes Israel als dem von Gott erwählten Volk gesehen wird.

Ein Lesetip: Wer sich dem Land und seiner Bevölkerung auf fröhliche Weise nähern will, der sollte die Bücher und Kurzgeschichten von Ephraim Kishon auf sein Nachtkästchen legen.

 

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